Auch noch gesehen

 

Das Reich und die Herrlichkeit

 

Western-Drama ist als Untertitel dieses Films zu lesen. Das ist insofern richtig als die Handlung im sogenannten Westen des amerikanischen Kontinents angesiedelt ist als dieser noch „wild“ war, nämlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber das war´s dann auch schon. Weder die obligatorischen Cowboys oder General Custers Armee noch federgeschmückte Indianer rücken ins Bild sondern vielmehr Nastassja Kinski als betrogene und im Suff ihres skrupellosen Ehemanns verhökerte Ehefrau samt Töchterchen. Bis sie sich wieder in der Stadt einfindet, von der ihr Unglück seinen Ausgang genommen hat, um den Mann aufzusuchen, der ihr so bitteres Unrecht zugefügt hat, ist zwar einiges über den Verlauf einer Eisenbahntrasse und die Zukunft des gottverlassenen Goldgräber-Kaffs Kingdome Come zu sehen und zu hören aber ansonsten könnte dieses Melodram auch an jedem x-beliebigen Rand der Welt angesiedelt sein.

 

Das Zimmer meines Sohnes

 

Dieser Film heißt so weil besagtes Zimmer symbolischen Charakter hat in diesem wunderbaren Film von Nanni Moretti, als dessen Fan ich mich an dieser Stelle gerne oute. Einerseits spielt es zu Lebzeiten des Sohnes der Familie des Psychoanalytikers Giovanni, dessen Frau Paola und ihrer beiden Kinder eine wichtige Rolle, andererseits aber verständlicherweise auch nach dem tragischen Tod des Sohnes Andrea, der bei einem Tauchgang sein Leben verlor. Was bewirkt, dass das Fundament dieser italienischen Musterfamilie in bedrohliche Schieflage gerät.

Ein Film, über den man im Vorfeld nicht soviel reden sondern den man sich unbedingt ansehen sollte. Die großartige Weise, in der der Kinobetreiber, Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller Moretti seine Filme gestaltet, kann man in kurzen Worten ohnehin nicht einfangen.

 

Harry Potter und der Stein der Weisen

 

Millionen von Lesern warten darauf, dass der Film ihren jeweils persönlichen Anforderungen an Szene und Darsteller entspricht. Das wird sicher in jedem einzelnen Fall nicht eintreten, dass allerdings niemand das Kino enttäuscht verlässt, dafür hat Regisseur Chris Columbus gesorgt. Idealer als Daniel Radcliff  lässt sich Harry sicher nicht vorstellen und Onkel Vernon sowie Tante Petunia sind durchaus gewollt von schlechten Eltern und für die neueste Tricktechnik sind natürlich Eulen als Brieftauben und Riesen wie der furchteinflössende Hagrid ein absolutes Kinderspiel. JK Rowlings Buchvorlage eignet sich also nicht nur zum wohligen Schmökern sondern auch als idealer Filmstoff. Denn wenn die Kleinen bis Mittelgroßen ins Kino drängen, fängt man damit zumindest ein erwachsenes Familien-Mitglied ebenfalls ein und das sind dann schon zwei verkaufte Kinokarten.

Aber auch die Erwachsenen werden sich dem wortwörtlichen Zauber dieses Märchens nicht entziehen können. Dafür garantiere ich !!

 

 

 

Zurück zu Film der Woche Index