A.I.

 

ARTFICIAL

INTELLIGENCE

 

In Los Angeles habe ich mir vor einiger Zeit einen Film angesehen, der im September auch in unseren Kinos Premiere haben wird. Er heißt: A.I. – Artificial Intelligence bzw. Künstliche Intelligenz.

Nachdem der Meister – Steven Spielberg höchstpersönlich – Hand angelegt hat und die Besetzung mit einer Reihe von erstklassigen Schauspielern aufwartet, war meine Erwartung entsprechend hoch angesetzt. Hinzu kommt, dass einer meiner Gottväter des Kinos dazu die Ausgangs-Idee hatte, nämlich Stanley Kubrick. Die Voraussetzungen konnten also nicht idealer sein.

Worum geht´s ? Steven Spielberg oder Stanley Kubrick – ganz wie man´s sieht – haben einfach einmal die exponentielle Geschwindigkeit hochgerechnet, mit der eine immer frappierendere intelligente Technik in unserem Alltag Platz greift. Welcher technisch nur halbwegs beschlagene Zeitgenosse hätte sich denn noch vor wenigen Jahren den Siegeszug und die heute schon unumgängliche Notwendigkeit einer Internet-Anbindung und all die Möglichkeiten träumen lassen, auf die wir mittlerweile fast alltäglich zugreifen.

Und wenn man über das zukünftige weite Feld künstlicher Intelligenz reflektiert, kommt man auf heute noch sehr befremdende Zukunftsvisionen.

Im Film „A.I. – Künstliche Intelligenz“ geht man z.B. von der Möglichkeit aus, dass es in einer nicht mehr allzu fernen Zukunft menschenähnliche Roboter geben wird, die sogar die letzte Bastion erobern, von der wir glauben, dass sie uns Menschen auf alle Zeiten hin vorbehalten bleiben wird, nämlich: Liebe zu empfinden.

Henry und Monica Swinton beklagen die schwere Erkrankung ihres Kindes und den Umstand, dass ihr Sohn Martin im Koma liegt und tiefgefroren auf seine Rettungschance wartet. Da Monica Swinton an diesem Schicksalsschlag zu zerbrechen droht, holt Henry den ersten Prototypen eines computer-generierten Jungen zu sich nach Hause, der von seinen Herstellern, der Firma Cybertronics Manufacturing, auf Liebe programmiert ist. David, so heißt die menschengleiche Kind-Maschine, erfüllt seine Aufgabe auch perfekt. Als aber Martin, der „Menschen-Sohn“ schließlich aus seinem Koma wieder aufwacht, ist einer zuviel an Bord. Deshalb wird David im Wald ausgesetzt und muss sich mit seinem Teddy-Bär zu seinem Platz in einer Welt durchschlagen, dessen Erreichbarkeit ihm und uns im Kino die Grenzen zwischen Mensch und Maschine denn doch noch aufzeigen. Aus heutiger Sicht möchte man sagen: Zum Glück

Viel Zündstoff und eine reichhaltige Palette an Möglichkeiten liegt in einer so faszinierenden Film-Idee.

Meiner bescheidenen Meinung nach, hat der von mir so außerordentlich geschätzte Steven Spielberg, viele von ihnen ausgelassen. Und dass er die Gemeinde seiner weltweiten Filmfreunde mit einer nahezu kitschigen Schluss-Sequenz verwundert, macht die Angelegenheit nun auch nicht gerade besser.

Immerhin lohnt es sich, A.I – Künstliche Intelligenz wegen einiger Szenen anzusehen, in der Steven Spielberg seine große Meisterschaft aufblitzen lässt und für die Freunde von Spezial-Effekten streuen Spielberg und seine Spezialisten auch noch reichlich Schmuckstücke aus einem prallen Füllhorn.

 

 

 

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