Almost Famous Dass die Dreifaltigkeit von Sex, Drugs und Rock´n Roll als untrennbare Einheit zu verstehen ist, weiß die popmusik-interessierte Welt nicht erst, seitdem selbst die Sauberjungs des Pop, John, Paul, George und Ringo einst ihre LSD-Hymne „Lucy in the Sky with Diamonds“ angestimmt haben. An diesem Mythos hatten zuvor schon andere Kaliber wie Chuck Berry oder die Rolling Stones lust- und gewinnbringend gearbeitet. Und jedes zertrümmerte Hotelbett zahlte sich durch die damit verbundene Skandal-PR in zehnfacher Münze zurück. Auch wenn heute noch Bands wie „Aerosmith“ an diesem Mythos mitstricken möchten, die Attraktion der beatsüchtigen Sex-Maniacs ist bereits Geschichte und dies in dem Masse, dass Regisseur Cameron Crowe einen Film darüber gedreht hat, der wie ein „Es war einmal...“ aus längst vergangener Zeit anmutet. AMOST FAMOUS so nennt er seinen Film, in den laut eigener Aussage autobiografische Erfahrungen mit eingeflossen sind. Wie sein Film-Held, der 15-jährige William Miller, war auch Cameron Crowe einst ausgezogen, um den für ihn faszinierenden Kontinent des Rock´n Roll zu erforschen und war schließlich als Redakteur bei der angesehenen Fachzeitschrift „Rolling Stone“ gelandet. Auch William soll schließlich dort seinen ersten Artikel platzieren. Aber der lässt noch fast eine ganze Filmlänge auf sich warten. Als nämlich William ins Auge des Tigers, sprich: In den innersten Kreis seiner angehimmelten Rock Band „Stillwater“ gerät und die Band bei ihrer „Almost Famous-Tour“ begleiten darf, sind alle guten Ratschläge zuerst einmal beim Teufel. Die seiner kunst- und karrierebeflissenen Mutter, die den Sohnemann mit Klassik, französischen Autorenfilmen und strengstem Rock´n Roll Verbot aufgesäugt hatte, ebenso wie der seines großen Vorbilds, des angesehenen Rock-Kritikers Lester Bangs, der eine Freundschaft von Kritiker zu Musiker aus Gründen der Objektivität strikt ablehnt.... Soundbit Nr. 2 ALMOST FAMOUS ist eine liebenswerte Retrospektive an die Musik der 70-er Jahre und deren Interpreten. An die Wilden wie Jimi Hendrix, die Sanften wie die Beach Boys, die Leisen wie Bob Dylan und die Lauten wie „Led Zeppelin“ oder „Cream“. Verwoben mit einer bittersüßen Liebesgeschichte, für die Cameron Crowe mit der hübschen Lolita Kate Hudson die richtige Besetzung gefunden hat, lässt er den jungen Patrick Fugit in der Hauptrolle den Rock´n Roll aus den staunenden Augen eines jungen Burschen betrachten und daraus ergeben sich Situationen, die den Untertitel „Komödie“ durchaus rechtfertigen. Für alle Oldie-Fans und alle, die noch einmal die Popmusik-Historie von vor 30 Jahren in sich aufleben lassen möchten, ist ALMOST FAMOUS also den Gang ins Kino durchaus wert.
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