BANDITS Bruce Willis hat sich den Planet Hollywood um Längen besser zu Nutzen gemacht als seine ehemaligen Haudegen-Kollegen Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone. Während Rocky mehr oder weniger untaugliche Versuche unternommen hat, vom Image des smarten aber ein wenig einfältigen Italo-Machos wegzukommen und die „Steirische Eiche“ von Erfolgen in einer Komädäei träumte, hat Bruce Willis weniger Absichtserklärungen in Talk Shows abgegeben sondern gehandelt. Dass er nämlich durchaus wandlungsfähig ist und seine Darstellungskunst nicht nur auf einer einzigen Schiene läuft, verdankt er dem Umstand, dass er die Profession des Schauspielers nicht im Schnellsiede-Kurs auf einer Rolltreppe gelernt hat. Das haben auch Regisseure wie Rob Reiner, Alan Rudolph oder der großartige Manoj Night Shyamalan begriffen und haben Bruce Willis den nötigen Beistand geleistet, indem sie ihn mit Rollen versahen wie die des Dr. Malcolm Crowe im 1999 gedrehten Film THE SIXTH SENSE – Der sechste Sinn. Nun stellt uns der im hessischen Idar-Oberstein geborene Darsteller in seinem neuesten Streifen sein komisches Talent vor und dieser Film trägt den Titel BANDITEN. Gemeinsam mit seinem zögerlichen Kumpel Terry, gespielt von Billy Bob Thornton, ist er als gefürchteter Bankräuber Joe so etwas wie ein Medien-Held geworden. Zwei Robin Hoods des Computer-Zeitalters. Diese Auszeichnung verdanken sie ihrer außergewöhnlichen, aber eher simplen und unblutigen Methode bei den Raubzügen. Sie nisten sich am Vorabend ihres Beutezuges beim Filialleiter einer Bank oder Sparkasse ein, plaudern gemütlich mit ihm und der Familie, verbringen die Nacht in dessen Haus und begleiten den guten Mann am kommenden Morgen zur Bank, um dort noch vor dem Eintreffen der Mitarbeiter den Tresor auszuräumen. Ein fasziniertes Amerika verleiht ihnen daraufhin den Titel: Sleepover-Bandits, was soviel heißt wie: Die Banditen mit dem Übernachtungs-Trick. Das geht wie lange gut ? Sie dürfen raten !! Natürlich: Solange.... bis eine Frau die Bühne bzw. die Filmszene betritt und die bisher so reibungslose Zweck-Gemeinschaft so durcheinander wirbelt, dass in ihrem bisher so erfolgreichen Gewerbe aber auch gar nichts mehr klappt. Regisseur Barry Levinson hat gemeinsam mit seinen BANDITEN Bruce Willis, Billy Bob Thornton, zu denen sich im Verlauf auch noch Newcomer Troy Garity gesellt, einen guten Griff getan. Sie überspielen locker auch die kleinen Längen, die Drehbuch-Autor Harley Peyton in der Mitte des Films offenbar nicht vermeiden konnte. Als dann allerdings das rothaarige Gift Cate in die Szene rauscht und zuerst den mit seinem Fahrzeug gestrandeten Terry und sodann gleich die gesamte Dreifaltigkeit der Sleepover-Bandits auf die Hörner nimmt, wird von allen Seiten ganze Arbeit geleistet. Besonders aber von der Schauspielerin Cate Blanchett, der ich hier ein besonderes Kompliment aussprechen möchte. BANDITEN ist also ein Film ohne besonderen Tiefgang aber eine waschechte Komödie mit Action. Und das ist in diesen Zeiten bereits sehr erfreulich.
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