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BANGER SISTERS Einst
waren sie die in Rockmusiker-Kreisen bekannten Banger-Sisters, was sich
auf deutsch am besten mit „Betthasen“ übersetzen ließe und die Liste
ihrer Trophäen liest sich wie das „Who is Who ?“ des Rock-Olymp. Von
Jim Morrison über Rod Stewart bis zu Keith Richards haben sie nichts und
niemanden ausgelassen und davon zeugen sogar noch Polaroid-Portraits.
Nicht etwa Köpfe, nein, das Objektiv der Kamera war damals etwa. 50 cm tiefer abgesenkt. Nach
ca. 25 Jahren sind sie wieder beisammen, Suzette, die gefeuerte Barfrau,
die mit gelifteter Oberweite und blonder Nimm-Mich-Mähne ihrem lockeren
Lebensstil treu geblieben ist und Vinnie, die First-Lady des geachteten
Anwalts, der sich um hohe politische Ämter bewirbt. Vinnie, die sich
mittlerweile mit ihrem Taufnamen Lavignia ansprechen lässt, lebt mit
Nadelstreif-Gatten und zwei Nervensägen von höheren Töchtern in einer
10 Millionen-Dollar-Villa in einem schicken Promi-Vorort von Phoenix,
Arizona. Suzette
wollte eigentlich nur ihre alte Freundschaft mit Vinnie wieder auffrischen
weil sie nach ihrem Rausschmiss aus der miesen Bar von West-Hollywood in
akutesten Geldnöten war und Hilfe brauchte. Sie ahnte nicht, welchen
Erdrutsch sie mit ihrem Erscheinen in der schönen
und scheinbar heilen Welt ihrer Freundin aus alten Aufreißertagen
anrichten würde. Bleib
Du selbst ! Verbiege Dich nicht ! So verheißungsvoll die Perspektive
Deines Lebens auch glitzern mag ! So
lautet wohl die Aussage dieser ebenso netten wie frechen Komödie, in der
Goldie Hawn wieder einmal in dem Komödien-Fach brilliert, für das sie
bereits 1970 mit dem Oscar für die Beste Hauptrolle in dem Film
„Kaktus-Blüte“ ausgezeichnet wurde. Auch heuer, 32 Jahre später, ist
sie noch immer ein Augenschmaus für Männer, deren Interesse nicht bei
Britney Spears endet. Susan
Sarandon hingegen hat keine Mühe, sich in der Rolle der Upper-Class-Lady
zurecht zu finden. Sobald es aber ans Eingemachte geht und sie die Sau
rauslassen soll, die an alte Groupie-Tage erinnert, wird es doch verdammt
eng. Dass
auch Susan Sarandon eine großartige Schauspielerin ist, die zurecht
ebenfalls mit dem Oscar dekoriert wurde, daran besteht wohl keinerlei
Zweifel. Dass
sie allerdings einst die wilde Henne war, die sich von Rockstars aufs
Kreuz legen ließ, daran sind auch bei aller hohen Kunst der Darstellung
berechtigte Zweifel angebracht. Die dirty Notes des Rock´n Roll kann nur
die Goldie glaughaft spielen. Susan Sarandon hingegen umweht immer ein
Hauch von gepflegter Klassik, der ihr hier nicht weiter hilft. Macht
nichts !! Wer
einmal 90 Minuten mit luftig-buntem Boulevard unterhalten werden möchte,
der ist bei den „Banger Sisters“ genau richtig.
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