BRIDGET JONES 

SCHOKOLADE ZUM FRÜHSTÜCK

 

„Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ ein Dutzend-Name – aus deutscher Filmtitel-Manufaktur -. Der Blick in die Besetzung mit einer etwas pummeliger gewordenen Renée Zellweger und dem britischen Kleiderbügel Hugh Grant setzt nun auch nicht unbedingt Sehnsüchte frei. Was soll sich also dahinter schon verbergen ?

Falsch !!

„Bridget Jones“ ist nicht nur „Schokolade zum Frühstück“, Sie sollten sich diesen süßen Genuss am Nachmittag und selbstverständlich auch am Abend gönnen denn zu dieser Zeit haben die Lichtspieltheater bekanntlich geöffnet.

Von der Komödie des Jahres zu reden, ist im August sicher noch zu früh, aber zu den vergnüglichsten 97 Kino-Minuten wird dieser Filmspaß in der Jahresabrechnung mit Sicherheit zählen.

Bridget ist Anfang 30 und noch immer ohne feste Beziehung. Allerdings: Ihr Leben als Single zu beenden, danach ist ihr nun auch nicht gerade. Also hält sie bei jeder sich passenden Gelegenheit Ausschau nach DEM Mann fürs Leben. Mit welchen vorbereitenden Tricks da gearbeitet wird, entgeht ja dem männlichen Auge üblicherweise und wenn die Objekte der Begierde erst einmal am Haken hängen, ist es schließlich gleichgültig ob es die sexy Unterwäsche war, die sie beeindruckt hat oder die triebtötende Stretch-Ware, die die Figur so vorteilhaft erscheinen ließ. Bridget lässt jedenfalls keinen Trick aus, um ans Ziel zu gelangen und – da sie so sehr auf das Ziel fixiert ist – geht natürlich so ziemlich alles schief. Der Celine-Dionne-Gassenhauer „All by myself“, den sie so herzzerreißend nachsingt, scheint ihr Schicksal umfassend zu beschreiben. Wenn... ja wenn da nicht plötzlich diese unerwartete aber heftige Geschichte mit ihrem Chef, dem Ekel Daniel Cleaver angesagt wäre. Aber, wie gesagt, auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Kann auch nicht. Denn Friede, Freude, Hochzeit und Kinderchen mit diesem hohlen Windhund wäre schließlich auch eine sehr unbefriedigende Lösung für eine Komödie. Und schließlich ist da ja noch der nette, junge aber ein wenig langweilige Anwalt Mark Darcy. Der hat sich zwar seiner Mutter gegenüber nicht sehr schmeichelhaft über Bridget geäußert aber darüber kann man im Notfall großzügig hinwegsehen......

Die Vorlage zu diesem äußerst amüsanten Lustspiel stammt von der englischen Schriftstellerin Helen Fielding und – wie bei Buchverfilmungen üblich – kommt auch hier die einzige einschränkende Kritik aus den Reihen derer, die Bridget´s Tagebuch gelesen und dabei ihren eigenen Film, inklusive Besetzung etc. , entwickelt haben.

Aber auch sie werden durch die flotte und pointensichere Regie von Sharon Maguire und die brillanten Darsteller von Renée Zellweger über Hugh Grant und Colin Firth bis in die kleinsten Rollen entschädigt und es sollte mich nicht wundern wenn die Zellweger – für „Nurse Betty“    bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet – sich nach dieser Leistung nicht auch noch über eine Oscar-Nominierung freuen könnte.

 

 

 

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