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Collateral
Damage Sprache ist verräterisch. Mittels Sprache vermag man Klarheit zu schaffen, man kann aber auch kriminelle Aktivitäten hinter freundlich klingenden Wortschöpfungen verstecken oder ihre wahre Bedeutung sogar in ein positives Gegenteil verkehren. Eine unter Politikern gebräuchliche Methode, hinter unklaren Wortfassaden zu verstecken was man den Wählern lieber vorenthalten möchte. Unter dem Ausdruck „Kollateralschaden“ konnte sich die Mehrzahl der Nachrichten-Konsumenten beim ersten Auftauchen in Presse, Radio und TV mit Sicherheit zunächst einmal wenig vorstellen obwohl dieses Wort auch durch die Medien geisterte weil es gute Chancen hatte, bei der Wahl zum „Unwort des Jahres 2001“ zum Sieger gekürt zu werden, denn dahinter verbirgt sich nicht weniger als die unabsichtliche Tötung von Menschenleben am Rande von kriegerischen Kampfhandlungen, ungeachtet des Umstands, ob diese Aktionen von Militärs oder von Terroristen ausgeführt werden. Im Klartext: Unkalkulierbarer menschlicher Kriegsabfall ! Kein Wunder, dass sich die Produktionsfirma des neuen Schwarzenegger-Opus „Collateral Damage“ nach dem terroristischen Anschlag auf das World Trade Center in New York entschloss, den für Herbst vergangenen Jahres geplanten Start auf unbestimmte Zeit zu verschieben, denn Ausgangspunkt dieses Films ist der Tod von Ehefrau und Sohn des Feuerwehrmannes Gordon Brewer, die sich in Los Angeles zufällig in der Nähe des kolumbianischen Konsulates aufgehalten haben als Terroristen einen Anschlag diese diplomatische Vertretung unternahmen. Nun darf man als gläubiger Staatsbürger mit Recht annehmen, dass ein solches Verbrechen mit allen, dem Staat zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgt wird. Im Falle „Al Kaida“ und Osama bin Laden geschieht das natürlich auch, denn dahinter stehen nicht Einzel- sondern Staats-Interessen. Dass sein privates Unglück aber von untergeordnetem Interesse zu sein scheint und die amerikanischen Behörden seinen Fall nicht mit vollem Einsatz verfolgen, muss Gordy Brewer mit wütendem Zähneknirschen konstatieren. Und da dieser Gordy von Arnold Schwarzenegger verkörpert wird, tut er genau das, was Filmfans weltweit fürchten oder erwarten, er macht sich auf, um im Dschungel von Kolumbien, den Schuldigen ausfindig zu machen, zu töten und der Weltachse mit einem Handkantenschlag wieder die rechte Neigung zu verpassen. Damit allerdings 105 Minuten Film nicht zu einem allzu oberflächlichen Helden-Epos geraten, muss Arnie, die steirisch-amerikanische Eiche, nicht nur gegen den bösen „Wolf“ – so heißt das Mastermind der Attentäter tatsächlich - sondern auch noch gegen Agenten des CIA antreten, die das solistische Vorgehen des Feuerwehrmannes aus L.A. nicht genügend zu schätzten wissen..... „Collateral Damage“ kommt an diesem Wochenende in unsere Kinos und baut ganz ohne Frage einzig auf Arnies Qualitäten als Action-Held. „Allein gegen Alle“ war in den verschiedensten Ausformungen aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen ja immer schon Arnold Schwarzeneggers schauspielerische Plattform, die ihm nur von wenigen streitig gemacht werden konnte und sein kolumbianischer Rachefeldzug ist sozusagen das bis auf weiteres letzte Kriegsgeheul in einem Film-Genre, das seine Blütezeit längst hinter sich hat. Die alten Kampfgenossen sind auch nicht mehr was sie dereinst waren. Bruce Willis hat sich mittlerweile zum feinsinnigen Psychiater gewandelt, „Rocky“ Stallone ist ein wenig in die Versenkung gerutscht, die „Planet Hollywood“-Kette scheint auch zu kränkeln und so fordert nur noch Arnie sein Recht als Draufgänger und Kämpfer für Gerechtigkeit. Dass ihn auch in diesem Fall keine Macht der Welt an der Erledigung seiner Mission hindern kann, daran besteht wohl kein ernsthafter Zweifel . Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass er von Regisseur Andrew Davis cineastische Unterstützung erfuhr sowie von einigen Darstellern, deren Namen in Europa eher ungeläufig sind. Frank Hoffmann wünscht dennoch gute Unterhaltung.
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