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DIE BOURNE IDENTITY Ein
anscheinend toter Mann wird im Mittelmeer, etwa 60 Meilen vor der Küste
bei Marseille, mutterseelenallein im Wasser treibend, von einem
Fischkutter geborgen. In seinem Rücken sind zwei Wunden, die wie Einschüsse
aussehen. Die Metallteile darin werden von einem Mitglied der
Kutterbesatzung heraus gegraben. Darauf wacht der Scheintote endlich auf
und fällt über die Besatzung her. Eines der Metallstücke ist eine Art
Laser-Taschenlampe, die – oh Wunder - die Schließfachnummer einer Züricher
Bank an die Wand projeziert. Schnitt ! Die vermeintliche Wasserleiche ist
in Zürich – kein Mensch weiß, wie er dorthin gekommen ist, außer mit
dem schicken französischen Superschnellzug TGV, für dessen Abfilmung die
Produzenten wahrscheinlich Honorar eingestrichen haben – und in Zürich
angekommen verlangt die lebende Wasserleiche Zugang zu besagtem Schließfach.
Ab jetzt wird für kurze Zeit auch in der englischen Originalfassung ein
gequältes Schwyzerdytsch gesprochen, zum Ausgleich sind alle
Hinweisschilder in der Züricher Bank in englischer Sprache. Malerische
Bilder vom Zürich-See und der verschneiten Züricher Altstadt. Diese
Bilder widmet Ihnen, denke ich mal, der Schweizerische Tourismusverband. Zu
seiner Überraschung findet unser Held nebst einem großen Geldbetrag im
Schließfach mehrere Pässe verschiedener Staaten, lautend auf diverse
Namen, aber stets mit demselben Passbild. Dem seinen ! Aha,
denkt der ahnungsvolle Filmfreund, hier handelt es sich entweder um eine
moderne Version des „Kaspar Hauser“ oder um ein Remake des „Mannes
ohne Gedächtnis“. Ach,
wenn es nur so wäre ! Dann
trifft unser Held in der amerikanischen Botschaft eine junge Frau, die er
sodann bittet, ihn für 10.000 grüne Dollarscheinchen nach Paris zu
fahren und damit beginnt eine Art Roadmovie, in dem die Beiden ständig
auf der Flucht vor bösen Mördern sind. Der Zuseher weiß aber weder,
warum diese europäische Kreuz- und Querfahrt stattfindet noch warum böse
Mordgesellen so nette und harmlose Darsteller wie Matt Damon und die
deutsche „Lola“ Franka Potente umbringen wollen. Zum
Glück weiß aber Matt Damon schon immer im Vorhinein, aus welcher Ecke
Gefahr droht – ich nehme einmal an, weil er das miserable Drehbuch
gelesen hat – und deshalb kann er stets das Schlimmste verhüten.
Schenken wir uns an dieser Stelle den ganzen Verzögerungs-Klimbim, der
den Film auf knappe zwei Stunden verschleppt und zappen wir zum Ende
dieser Moritat. Mittlerweile hat nämlich der liebe Matt Damon die nette
Franka Potente von seiner Seite geschickt. Die Gefahr schien ihm wohl doch
zu groß und Franka hat mit dem großzügigen Geldgeschenk von Matt einen
Motorroller-Verleih auf einer griechischen Ferien-Insel eröffnet. Und
siehe da, wie´s der Himmel und das Drehbuch wollen, findet der gute Matt
die hübsche Franka unter griechischem Himmel wieder – wiederum bleibt
im Dunkeln, wie er dort hingefunden hat – und die Beiden fallen sich am
gnädigen und allzu späten Ende in die Arme. Und wenn sie nicht doch noch
vorzeitig gestorben sind, tanzen sie wahrscheinlich den Syrtaki am Strand
von Kreta bis ans natürliche Lebensende. Ein
gewisser Doug Liman soll bei dieser urfaden Story um einen jungen Mann mit
verlorenem Gedächtnis Regie geführt haben. Nehmen wir zu seinen Gunsten
an, dass dem Regisseur derselbe tragische Schicksalsschlag widerfahren
ist.
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