Doppelmord

 

Der Plot ist ja wirklich ganz ausgezeichnet: Ein Mann verschwindet nach einer Champagner-Fete in trauter Zweisamkeit mit seiner Frau spurlos von seiner neu erworbenen Yacht. Eine Blutspur führt von der Kajüte zur Reeling. Ab dort verliert sie sich in den Wellen.

Da der Angetraute nicht wieder auftaucht, wird seine Ehefrau wegen Mordes angeklagt, rechtskräftig verurteilt und wandert ins Gefängnis. Ihren kleinen Sohn lässt sie in der Obhut einer Freundin. Doch Kommissar Zufall verrät der unschuldig Verurteilten, dass ihr Göttergatte noch am Leben ist. Mehr noch: Der Beste lebt unter falschem Namen mit eben der vermeintlichen Freundin zusammen, die sich erbötig gemacht hat, den Sohn zu sich zu nehmen.

Nach dem ersten Schock schwört die Frau, bittere Rache zu nehmen sobald sie das Gefängnis verlassen kann. Eine Mit-Insassin, eine ehemalige Rechtsanwältin, klärt sie darüber auf, dass in Amerika niemand für ein und denselben Tat-Vorwurf zweimal verurteilt werden kann. Der englische Originaltitel "Double Jeopardy" weist auf den entsprechenden Artikel in der amerikanischen Verfassung hin. Und da das Fehlurteil wegen Mordes ja bereits ausgesprochen wurde und verbüßt wird, ist das der Freibrief für einen Rachemord, sobald die Frau Gelegenheit hat, das Gefängnis zu verlassen. Nach sechs Jahren ist es soweit...

Ashley Judd ist Libby Parsons, die getäuschte Ehefrau. Travis Lehman, ihr Bewährungshelfer, wird von Tommy Lee Jones dargestellt.

In dem teilweise durchaus spannenden von Regisseur Hugh Beresford inszenierten Road-Krimi ist es diesmal die Frau, die sich mit der Knarre in der Hand ihren Weg freikämpft, um schließlich ans Ziel, sprich: zu ihrem Sohn, zu gelangen. Welche Wendungen der Film bis zu seinem Ende nach 120 Minuten noch nimmt, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nur soviel: Sollten Sie zu jenen Zusehern gehören, die einen solchen Thriller mit wachem Spürsinn verfolgen, dann werden Ihnen die eigentlich unverständlichen Fehler und Unachtsamkeiten des Drehbuchs bzw. der Regie nicht entgehen. Daher lautet die Trailer-Bewertung auch nur: Eine DREI auf der nach oben offenen Richter-Skala. Die Videotheken auf allen Kontinenten freuen sich bereits auf den bald zu erwartenden Neuzugang.

 

 

 

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