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Erin Brockovich Julia Roberts ist ERIN BROCKOVICH, eine Mutter von drei Kindern, Ex von zwei Ehemännern, allein, ohne Geld und ohne Job. Aber immer äußerst sexy. Gekleidet mit Tops, die mehr zeigen als sie verhüllen, die Miniröcke, die sie zu tragen pflegt, überragen kaum mittlere Gürtelbreite, dafür gleicht sich das bei der Höhe der Stöckelschuhe wieder aus. Mit einem Wort, Erin weiß was Männer wünschen, und mit diesem Wissen und ihrem atemberaubenden Äußeren findet sie auch da und dort bei Männern offene Türen und Ohren. So auch bei ihrem Rechtsanwalt Ed Masry, dessen Kunst, ihr für einen erlittenen Autounfall eine ordentliche Schadenssumme auszuhandeln versagt hat, der ihr aber schließlich doch einen Job in seiner Kanzlei gewährt. Dort verrichtet Erein zunächst einmal niedere Hilfsdienste sie ordnet Akten stößt aber mit unbändigem Interesse und Wissensdurst ausgestattet - im Laufe dieser Tätigkeit auf einen Umweltskandal allergrößten und zynischsten Ausmaßes. Ein chemischer Großkonzern vergiftet im kalifornischen Wüstenstädtchen Hinckley das Grundwasser systematisch aber selbst als die Rücksichtslosigkeit und der sprichwörtliche Gang über Leichen des Großkonzerns durch Erin Brockovich öffentlich wird, wagt sich niemand an eine Klage. Erstens ist die Fabrik der einzige Arbeitgeber der Stadt und zweitens bewegt sich die Klags-Summe im Milliardenbereich und wer kann da schon mithalten. Aber da haben sie die Rechnung ohne Erin gemacht... Steven Soderbergh mit "Sex, Lügen und Videos" der Regie-Shooting-Star des Jahres 1989, hat diesen Film inszeniert und ihm ist es zu danken, dass Julia Roberts endlich das Talent zeigen kann, das bisher zumeist vom Klischee der "Pretty Woman" verkleistert war. Als kämpferische Anwältin krebs-erkrankter Menschen und einer vergifteten Umwelt büßt sie zwar nichts von ihrer sinnlichen Ausstrahlung ein aber die story ist nicht oberflächlich darauf abgestellt. So bleibt sie Mittel zu einem besseren Zweck. Zum Sichtbarwerden der beachtlichen darstellerischen Fähigkeiten der Julia Roberts einerseits und für die Filmfigur Erin Brockovich zur Durchsetzung ihrer Ziele. Die Geschichte der Erin Brockovich entstammt übrigens nicht den wilden Albtraum-Phantsien eines kranken Drehbuchautors, nein, diese story ist wahr. Erin Brockovich gibt es wirklich und sie hat gemeinsam mit ihrem Anwalt dem Städtchen Hinckley gegen die scheinbare Übermacht eines schlag- und finanzkräftigen Multis die phantastische Schadenssumme von 333 Millionen Dollar erstritten. Dagegen nehmen sich die 30 Millionen, die der Film in der ersten Woche in den USA eingespielt hat, vergleichsweise bescheiden aus. Aber noch ist ja hier nicht aller Tage Abend. Wenn in Europa alle Film- und Julia-Roberts-Fans zu ERIN BROCKOVICH in die Kinos strömen dann sieht die Bilanz danach sicher noch besser aus. Ich kann jedenfalls besten Gewissens zum Besuch dieses Films raten.
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