Eine wahre Geschichte

 

Wann immer der Name SISSY SPACEK auf einer Film-Besetzugsliste zu finden ist, werde ich automatisch neugierig. Der Grund hierfür sind drei Filme, die ich nicht aus meiner Erinnerung verliere und die die außerordentlichen Fähigkeiten dieser besonderen Schauspielerin in mir wach halten.

Film Nr. 1 kam im Jahre 1980 auf die Leinwand und hieß "Coal Miner´s Dauhter". Darin spielte Sissy Spacek die Country-Sängerin Loretta Lynn, die es vom Arme-Leute-Kind zum Country und Western-Gesangs-Star brachte.

Film Nr. 2 verband im Jahr 1982 gleich zwei Schauspieler miteinander, derentwegen ich jede Mühe in Kauf nehmen würde, um ins entsprechende Kino zu gehen: Eben Sissy Spacek und Jack Lemmon, der hier beweist, dass er nicht nur ein grandioses komisches Talent ist, sondern auch ein ebensolcher dramatischer Darsteller. In "Missing" versuchte die Spacek (Beth Horman) Hand in Hand mit ihrem Vater Ed Horman, gespielt von Jack Lemmon, in einem nicht näher bezeichneten totalitären und brutal gegen Menschenrechte agierenden südamerikanischen Staat, ihren verschollenen Mann zu finden.

Film Nr. 3 ist allerdings der Hit unter den Streifen, die die schauspielerischen Fähigkeiten der Spacek ins Rampenlicht rücken. Im 1986 gezeigten Drama

"´Night Mother" ("Gute Nacht, Mutter") spielte sie bis in alle Facetten berührend die selbstmordwillige Tochter Jessie Cates von Mutter Thelma Cates, ebenso außerordentlich verkörpert von Anne Bancroft.

Soviel zu Sissy Spacek .

Und nun zu ihrem neuesten Erscheinen im Film "The Straight Story", der bei uns unter dem Titel "Eine wahre Geschichte" läuft.

Die Person, an der sich dieser von Regisseur David Lynch gedrehte Streifen festmacht, ist allerdings nicht die Spacek sondern der von Richard Farnsworth gespielte "Alvin Stragiht". Sie merken sicher, dass es sich hier beim englischen Titel um ein Wortspiel handelt. Einerseits das Wort "straight" in seiner Bedeutung von "direkt/geradeaus", andererseits als Anspielung auf den Namen des Hauptdarstellers. Aber auch der deutsche Titel ist nicht falsch, handelt es sich doch bei der "Wahren Geschichte" um ein Drehbuch, das auf einer whren Begebenheit basiert.

Im Jahre 1994 machte sich der damals 74-jährige "wirkliche" gehbehinderte Eigenbrötler Alvin Straight auf den Weg vom kleinen Ort Laurens im amerikanischen Bundesstaat Iowa zu seinem herzkranken Bruder Lyle nach Wisconsin auf, um sich nach Jahren brüderlicher Fehde am Rande des Grabes wieder mit ihm zu versöhnen. Das besondere daran: Der unter chronischem Geldmangel leidende Mr. Straight muß eine Beförderungsmethode wählen, die er sich leisten kann und die außerdem sein extrem schlechtes Sehvermögen berücksichtigt. Also entschließt er sich, nach einigen kleinen Anlaufschwierigkeiten, einen Traktor der Firma John-Deere zur Reisemaschine umzurüsten und macht sich auf den sechswöchigen Weg durch zwei amerikanische Bundesstaaten.. Ein "road-movie" der besonderen Art also – nämlich quasi in Schrittgeschwindigkeit - und ein besonders berührendes obendrein. Denn dieser Richard Farnsworth ist ein schauspielerisches Urgestein, das in kleinen Rollen bereits unter Regisseuren wie Stanley Kubrick, Barry Levinson und Rob Reiner brillierte und für seine Darstellung in Alan J. Pakula´s Film "Comes A Horseman" (Eine Farm in Montana) 1977 sogar eine Oscar-Nominierung erhielt.

Und was hat Sissy Spacek in diesem Film zu tun ? Sie bereichert die "Wahre Geschichte" als Alvin´s Tochter Rose, die den kauzigen Alten von seinem abenteuerlichen Unternehmen abzubringen versucht.

Außerdem noch zu sehen: Harry Dean Stanton, der seit "Paris/Texas" auf Typen abonniert zu sein scheint, die man erst findet wenn man endlose Weiten auf dem amerikanischen Kontinent überwunden hat.

Alles in allem ein Film, der den Besuch im Kino mehr als lohnt.

Frank Hoffmann´s TRAILER-Bewertung: Nicht entgehen lassen !!!

 

 


 

 

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