Harry Potter und der Stein der Weisenund Das
Zimmer meines Sohnes In dieser 47. Woche des Jahres wird wohl neben der „Harry-Potter“-Premiere kein neu anlaufender Film auch nur den Hauch einer Chance haben, in den Blickpunkt des Interesses zu geraten. Zu gewaltig ist die Druckwelle, die von dem kleinen Zauberlehrling ausgeht. Denn Millionen von verkauften Potter-Büchern sind gleich Millionen von erwartungsvollen Kinobesuchern, die sich 2 Stunden lang davon überzeugen möchten, dass der kleine Harry im Film auch den Vorstellungen entspricht, die sie sich beim Lesen des Buches von ihm gemacht haben. Dennoch gestatten Sie mir noch einen zaghaften Hinweis auf einen Film italienischer Herkunft, der eine Nennung verdient, bevor auch ich zu pottern beginne. „Das Zimmer meines Sohnes“ ist sein Titel. Darin zeichnet der italienische Film-Enthusiast, Drehbuchschreiber, Kinobesitzer, Regisseur und Schauspieler Nanni Moretti zunächst das glückliche, unbeschwerte Leben der Familie des Psycho-Analytikers Giovanni, seiner Frau Paola und deren beider Kinder, der Tochter Irene und des Sohnes Andrea, um den Fall dieser italienischen Ideal-Familie umso tragischer werden zu lassen, nachdem der Sohn bei einem Tauch-Unfall ums Leben gekommen ist. „Das Zimmer meines Sohnes“ ist ein Muß-Film für Kino-Liebhaber und für Moretti-Fans allemal. Doch nun, wie versprochen, zu Harry Potter, dem Zauberschüler. Den Inhalt zu schildern, versage ich mir an dieser Stelle, denn der ist bei all dem „Harry-Potter“-Hype der letzten Jahre ja fast schon so bekannt wie die Bibel im Kloster. Also geht es in erster Linie um die Umsetzung. Und die hat Regisseur Chris Columbus sehr gut in den Griff bekommen. Mit der „Kevin-Allein zu Haus“-Miniserie hatte er ja auch schon Gelegenheit zur Übung wie man mit kleinen Darstellern große Ergebnisse erzielt. Ich denke, dass Daniel Radcliffe durchaus dem Bild entspricht, das sich Millionen von Potter-Fans von ihrem Helden gemacht haben oder dass es mindestens leicht zu adaptieren ist. Ebenso dürfte es mit der bösen Leih-Eltern aussehen, die Harry unter ihre Fittiche genommen haben. Das weiteren sind Eulen eben Eulen und der Riese Hagrid muss schliesslich riesig und auf den ersten Blick furchteinflößend sein und das ist der Schauspieler Robbie Coltrane nun zweifellos... Die Produktion von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ hat ein Budget von 125 Millionen Dollar verschlungen aber wer hier investiert hat, dürfte sich über einen Gewinn freuen, der weit über jenen Größen liegt, die man üblicherweise an Börsen lukrieren kann. Bereits seit seinem – von einem unbeschreiblichen Medien- und Star-Rummel begleiteten – Start in London vor wenigen Wochen, hat der Film um das zauberhafte Waisenkind schon mindestens die Produktionskosten wieder eingespielt und jetzt geht´s ja erst richtig los. Die Autorin J K Rowling hat mit dem kleinen Harry Potter offenbar eine Identifikationsfigur für fast alle Altersgruppen geschaffen, die weltweit Sehnsüchte wach werden lässt oder mindestens breite Anerkennung findet. Es wäre interessant, einmal zu durchleuchten, wie sich dieses Phänomen erklärt. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Freude bei Harrys 11. Geburtstag und Abfahrt ins Kino auf Gleis 9 ¾.
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