Heist Der Film mit dem Titel „Heist“ heißt so, weil er wirklich was heißt. Der Verleih hat für den deutschsprachigen Raum den Titel „Der Letzte Coup“ gewählt. Das entspricht zwar dem Inhalt der Geschichte aber nicht der Ausdrucksweise seines Autors und Regisseurs David Mamet. In Amerika hat sich nämlich nach schätzungsweise 20 Filmen von und mit ihm der Ausdruck „Mamet Speak“ also: „Mamet´s Sprechweise“ als Kompliment durchgesetzt und das steht für eine sehr ironisch-distanzierte und super-coole Ausdrucksweise. Mamet selbst meinte, darauf angesprochen: Meine Filme sind sogenannte „schwarze“ Gangsterfilme. Gewälttätig aber unsentimental. Der „normale“ Gangsterfilm ist gefühlsbetont – wenn man ihn emotionslos zeigt, wirkt er fast automatisch voll von Ironie. Das kam bereits bei seinem Film „The Untouchables/Die Unberührbaren“ geradezu exemplarisch zum Ausdruck und so ist das auch bei diesem Film. Ein kleines Beispiel dafür: „Er ist so cool“, meint einer der Partner der Hauptfigur „so cool, dass die Schäfchen IHN zählen wenn er einschläft !“ Zum Inhalt: Hinter der Fassade des angeblichen Biedermannes und Bootsbauers Joe Moore steckt ein raffinierter Meisterdieb. Eines Tages wird sein Gesicht allerdings von einer Überwachungskamera erfasst als er sich bei einem Juwelier bedient ohne zu zahlen. Nun will er die Fliege machen. Wenn da nicht noch der eine, große Coup mit dem Gold aus der Schweiz zu erledigen wäre, der ihn und seinen Auftraggeber Bergman für den Rest seines Lebens von jeglicher finanziellen Sorge frei stellen würde. Da es sich bei diesem „Letzten Coup“ allerdings um einen Fischzug mit riesigen Dimensionen handelt, wollen alle mitnaschen, die davon eine Ahnung haben. Sogar die eigene Frau, die ihn offenbar bereits mit einer etwas jüngeren Ausgabe von Mann betrügt. Und damit beginnt ein Verwirrspiel wie man es im Kino noch selten zu sehen bekommen hat und das sich gegen Ende zu einer wahren Verwirr-Orgie versteigt.... Der zweifache Oscar-Preisträger Gene Hackman steht im Mittelpunkt dieses David-Mamet-Films und es ist einmal mehr ein Vergnügen, ihm auf der Leinwand zu begegnen. Sein Auftraggeber und Gegenspieler, der Hehler Bergman wird von Danny de Vito gegeben. Als Person ziemlich klein, als Darsteller schon immer ein Riese. So auch hier. Wie man überhaupt mit Freude feststellt, dass alle Schauspieler in diesem Film handverlesen sind und die Absichten des Regisseurs ideal zur Geltung bringen. Dass sich der Regisseur David Mamet von Drehbuchautor David Mamet ein intelligentes und pointenreiches Drehbuch schreiben ließ, versteht sich von selbst. Das wiederum kommt uns, den Kino- und Filmfreunden, zugute und so muss „Heist/Der letzte Coup“ auch mit allem Nachdruck all jenen empfohlen werden, die noch „handgefertigtes“ Kino schätzen.
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