Billy Elliot – I will dance Das ist wieder einmal ein Film, den man von der ersten bis zur letzten Sekunde genießt. Ein Film, den man ohne jede Einschränkung allen Filmfreunden ans Herz legen kann. BILLY
ELLIOT – I will dance ! Ich denke, viele Filmfreunde erinnern sich an so wunderbare Filme wie „Ganz Oder Garnicht“ oder „Mein Linker Fuß“. Allesamt beziehen sie ihre rührenden Charme aus der unverdrossenen Fröhlichkeit von Menschen, die vor einem Hintergrund von Arbeitslosigkeit und Not in den tristen nordenglischen Kohlenrevieren ihren Lebensmut dennoch nicht verlieren, ja, sogar mit kreativer Lust dem Alltags-Grau die Stirne bieten. Dort ist auch die story vom jungen Billy Elliot angesiedelt. Er lebt mit Vater, Bruder und der leicht verwirrten Großmutter in eben dieser Zechen-Landschaft. Man schreibt das Jahr 1984. Die Kohlenminen sind von der Schließung bedroht und die Kumpels streiken, um das Schlimmste – nämlich Arbeitslosigkeit – zu verhindern. Wer hier als junger Bursche den Hauch einer Karriere-Chance haben will, muss entweder als Fußballer oder als Boxer Außergewöhnliches leisten. Davon ist auch Billy´s Vater überzeugt und folgerichtig will er seinen Jungen zum Faustkämpfer trimmen. Aber während des Trainings wandern Billy´s Augen immer öfter zum Unterricht von Mrs. Wilkinson, die wegen des Kohlenarbeiter-Streiks ihre Ballettstunden ebenfalls in der Turnhalle abhalten muß. Dort fühlt er sich hingezogen, nicht in den Boxring. Ermutigt von Mrs. Wilkinson und deren Tochter Debbie, einer jungen Ballerina, beginnt Billy mit seiner Tanzausbildung. Heimlich, versteht sich, denn Tanzen ist schließlich Weibersache und was der Klischees mehr in den Köpfen nordenglischer Kumpels herumspukt. Und nicht nur dort, wie man weiß ! Aber eines Tages kommt es doch ans Licht und Billys Auseinandersetzung mit seinem Vater nimmt den erwarteten Verlauf... Aber, soviel darf ich verraten, wahres Talent gepaart mit einer guten Portion Mut, allen Hindernissen zu trotzen, setzt sich am Ende gegen alle Widerstände durch und so ist auch in diesem Film das Happy-End vorprogrammiert. Aber allein damit wäre dieser Film noch nicht DIE Sensation, als die ich ihn allen Filmfreunden ohne Einschränkung empfehle. In „BILLY ELLIOT – I will dance“ erleben Sie in der Hauptrolle den damals 12-jährigen Jamie Bell. Seine Darstellung ist so ganz und gar außergewöhnlich und Oscar-reif, dass ich ihn als DIE Schauspieler-Entdeckung des Jahres 2000 bezeichnen und Regisseur Stephen Daldry, der ihn behutsam zu dieser Leistung geführt hat, den Oscar gleich mit dazu überreichen möchte. Ende gut, alles gut ! So bringt es das Sprichwort auf den Punkt. Mit „BILLY ELLIOT – I will dance“ als einem vorläufigen Höhepunkt rundet sich das Filmjahr 2000 ab, das zu einem großen Teil wieder den wirklichen Schauspielerinnen und Schauspielern gehörte und schon deshalb positiv in Erinnerung bleibt weil keine Anatomie-Lehrstunden a la „Terminator“ „Die Hard“ oder „Armageddon“ die Bilanz verfälschen.
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