LAMMBOCKALLES HANDARBEIT Das Schicksal meint es in dieser Woche mit uns Filmfreunden nicht allzu gut was die Auswahl der neu anlaufenden Filme anlangt. Nun wartet man auf die gute Rückseite dieser schlechten Nachricht und muss bedauerlicherweise feststellen, dass man lediglich zwischen der deutschen Komödie LAMMBOCK und dem amerikanischen Pennäler-Ulk AMERICAN PIE/2. Auflage zu wählen hat und da soll das deutsche Exemplar an dieser Stelle den Vorzug erhalten. 1. weil es uns geografisch näher liegt was einigermaßen dem Verständnis dient und 2. weil dort zumindest Schauspieler am Werk sind, die nicht nach diesem unsäglichen amerikanischen Baywatch-Ideal ausgesucht wurden. Und damit sind wir schon mitten im Thema, falls ein solch zentrales in LAMMBOCK denn überhaupt existiert. Denn geredet wird sehr viel in diesem Film und über – fast – alles. Z. B. über die Implantate in Pamela Andersons Fessel-Ballons oder über die erotische Aura von Bayern Münchens Edel-Kicker Mehmet Scholl. Nebenbei betreiben die beiden Hauptakteure Stefan und Kai noch einen Pizza-Express, der für spezielle Abnehmer eine ganz besondere Lieferung bereit hält. Unter Salamischeiben versteckt werden nämlich Hanfprodukte aus eigenem Anbau in exquisiter Qualität mit verschickt. Doch – oh, dramatische Zuspitzung – halten einerseits Beziehungsprobleme Einzug in die kleinstädtische Studenten-Idylle und andererseits entpuppt sich ein gelegentlicher Mit-Kiffer als Undercover der Gesetzeshüter-Fraktion und damit scheint das Ende des dolce far niente und das einer mehr oder minder gut funktionierenden Freundschaft so gut wie besiegelt.... Die Neuentdeckung Lucas Gregorwicz und der wunderbare Moritz Bleibtreu, Berliner Schnauze mit Wiener Wurzeln, tragen den Film von Drehbuchautor und Regisseur Christian Zübert weitgehend und das ist durchaus auf der Habenseite dieses Projekts anzumerken. Auch die Dialoge, die den Beiden in den Mund gelegt wurden und – so nehme ich einmal an – von beiden Akteuren noch komplettiert wurden, machen Freude und geben Einsicht in ein Szenevokabular, das an Zielsicherheit kaum einen Wunsch offen lässt. Wenn allerdings besonderer Wert darauf gelegt worden ist, dass die Figuren Stefan und Kai sowie ihr Umfeld einer schlüssigen Psychologie NICHT unterliegen dann kann man das Unterfangen – zumindest in dieser Hinsicht als durchaus geglückt ansehen.
|
||
Zurück zu Film der Woche Index
|