Memento Sie kennen das Gefühl, das einen bewegt wenn man ein hundertprozentig passendes Geschenk in der Tasche hat und sich erwartungsvoll auf die Augen freut, die der oder die Beschenkte machen wird wenn man die Gabe schließlich auf den Tisch gelegt hat. Dann wissen Sie auch, mit welcher Lust ich Ihnen diesen Filmtipp präsentiere. Da läuft nämlich ein Film in unsren Kinos an, den ich – ohne die Überraschungen voraus zu ahnen, die im Rest von 2001 noch auf uns zukommen – bereits jetzt zu den absoluten Highlights dieses Filmjahres zähle. Alles was sich der anspruchsvolle Filmfreund von einem exquisiten Kino-Erlebnis erwarten darf, bietet dieser Film. Er heißt MEMENTO: Dieses Wort ist der lateinischen Sprache entnommen und bedeutet soviel wie: Gedenke ! oder: Erinnere Dich ! Und damit sind wir auch schon mitten im Geschehen, dem ein überaus intelligentes Drehbuch von Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan und dessen Bruder Jonathan zugrunde liegt. Leonard Shelby, der Anti-Held, den Sie ins Zentrum des Geschehens rücken, leidet nämlich an Amnesie, einer besonders rigorosen Form des Gedächtnisschwunds. Er kann sich zwar daran erinnern, dass seine Frau umgebracht wurde und dass er auf der Suche nach dem Mörder ist, um ihn zu töten, aber inmitten einer Unterhaltung hat er bereits deren Anfang vergessen. Jede Kleinigkeit muss er sich notieren, auf Polaroids festhalten oder sich gar auf den Körper tätowieren. Man vermag sich vorzustellen, dass ein solches Handycap Leonards Rachefeldzug nicht vereinfacht. Um nun nicht nur das Psychogramm eines mental geschädigten Menschen abzufilmen, greifen die Nolan-Brüder zu einem ebenso intelligenten wie überraschend-simplen Trick. Sie versetzen den Zuschauer in eine ähnliche Situation wie den Helden, indem sie seine Geschichte nicht - wie üblich – schön der Reihe nach erzählen sondern sie beginnen sozusagen mit dem Ende und enden mit dem Anfang. Das klingt verwirrend und ist es auch aber nur so scheint es ihnen möglich, den Ablauf der Handlung aus der subjektiven Perspektive Leonards erzählen zu können..... Es gibt Filme, die sind so komplex, dass man vergeblich versucht, ihren Inhalt in der gebotenen Kürze zu umreißen. MEMENTO ist ein solcher. Daher empfehle ich Ihnen, liebe Filmfreunde, es nicht bei einem einzigen Besuch dieses Films zu belassen. Die Ruhe, wertvolle Kleinigkeiten zu entdecken werden Sie erst dann haben wenn Ihnen der Verlauf der Handlung bereits bekannt ist. Und – glauben Sie mir – auch bei einem wiederholten Besuch dieses Films büßen Sie nichts an Spannung und kriminalistischen Forscher-Freuden ein. Um das Wunder dieses genialen Wurfs voll zu machen, sei schließlich noch mitgeteilt, dass es sich bei MEMENTO um die 2. Arbeit des mittlerweile 31-jährigen Regisseurs Christopher Nolan handelt und dass er mit dem Hauptdarsteller Guy Pearce sowie mit Carrie-Ann Moss und Joe Pantalino Darsteller zur Verfügung hatte, die seine Intentionen in bewundernswertester Weise auf die Leinwand gebracht haben. MEMENTO. Ein Film-Wunder ! Ein Wunder-Film ! Und sagen Sie jetzt ja nicht mehr, Sie hätten es nicht gewusst.
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