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Mission Impossible 2 Tom Cruise ist ein STAR. Das haben wir einfach einmal so zur Kenntnis zu nehmen, denn mit dem Prädikat STAR wird im Big-Filmbusiness ausschließlich jemand ausgezeichnet, mit dem viel Geld, mehr Geld und am allerbesten: das meiste Geld der Filmgeschichte verdient werden kann. Denn bei der Erwähnung der Vokabel KUNST oder gar Schauspiel-KUNST wird man in gewissen Produzenten-Etagen von Hollywood nur ein mildes und nachsichtiges Lächeln ernten. Also noch einmal: Tom Cruise ist ein STAR und nach kommerziell ziemlich kümmerlichen Ausflügen ins Schauspiel-Fach (für MAGNOLIA ist immerhin ein Golden Globe herausgekommen die Schnitzler-Adaption "Eyes Wide Shut" hingegen war eine blanke Katastrophe) wird nun dem Star-Image wieder ausreichend Rechnung getragen. Daher tourt Tom Cruise seit Wochen mit üblichem Reklame-Gefuchtel über den Planeten und im Gepäck hat er sein neuestes Produkt, das da er nicht an allen Orten gleichzeitig sein kann - in homöopathischen Dosierungen rund um den Erdball verabreicht wird. Ein Schelm, der da meint: Reklame-Rummel habe nur ein Produkt nötig, das ohne Rummel schwer verkäuflich ist. In "Mission Imposible 2" oder wie die Eingeweihten sagen dürfen "M I 2", offenbart uns Tom Cruise nun seine geheimen Sehnsüchte, nämlich: Dass er soooo gerne James Bond wäre. In 2 Stunden wird von ihm nämlich wie auch bei BOND üblich die Welt vor dem Verderben gerettet. Der Plot: Ein Tunichtgut hält nicht nur ein die Welt bedrohendes tödliches Virus in seinen Händen sondern gleichzeitig auch das Gegen-Serum. (Nebenbei: Wäre das nicht eine nachdenkenswerte Anregung für bedenkenlose Pharma-Manager ??) Der Gut-Mensch hingegen will nun den Bösen daran hindern seinen letalen Plan in die Tat umzusetzen... Aber wer wird schon so naiv sein, nach einem passenden Motiv dafür zu fragen, dass der Hauptdarsteller irgendwo an Felsen hängt oder mit Höchstgeschwindigkeit auf dem Motorrad hinter und vor seinem Gegner durch unwegsames Gelände brettert. Hauptsache man hat die Lösung. Auch wenn sie nicht schlüssig zum Problem passt. Muss man da noch erwähnen, dass sich Tom Cruise das Mäntelchen des Gutmenschen umgehängt hat ? Der Schurke hingegen wird von Dougray Scott gegeben. Hongkongs Gewalt-Virtuose John Woo wurde von Mitproduzent Tom Cruise als Regisseur gewonnen aber auch er trägt schließlich nur zur Routine von Action-Sequenzen bei, ohne sich dabei besonders vom Anlass dazu verwirren zu lassen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass in Amerika mittlerweile auch Filme wie "Erin Brokovitsch" oder "Leben und Lieben in L.A." möglich sind, also Filme, in denen Inhalte von bewundernswerten Schauspielern vermittelt werden, so mutet "Mission Impossible 2" wie ein Fossil aus der guten, alten anspruchslosen Zeit an, in der man schon mit viel Feuerwerk, jeder Menge stunts und selbst schon mit einem aufgeblasenem Bizeps Kasse machen konnte.
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