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Monday Ein Mann wacht eines Morgens in einem Hotelbett auf, er weiß weder wo sich dieses Hotel befindet, noch wie er da hingekommen ist. So der so ähnlich beginnen oft Witze, die dann zumeist irgendein erotisches Geschehen zum Inhalt haben. In Hiroyuki Tamaka´s Film „Monday” wacht der junge, unscheinbare Vertreter Takagi vollkommen angekleidet und in seinem besten Zwirn ebenfalls in einem ihm fremden Hotelbett auf und fragt sich verwundert, wie, wann, warum und auf welchem Weg er dorthin gekommen ist. Ein Päckchen in seiner Jackentasche mit einem besonderen Salz, so wie es bei traditionellen japanischen Begräbnissen Verwendung findet, öffnet ihm nun nach und nach den Blick zurück auf das Wochenende, an dem alles Unheil seinen Anfang nahm. Beispielsweise auf das angesprochene Begräbnis, das makabrer nicht hätte sein können. Eine Leiche mit einem Herzschrittmacher, ständig in Gefahr zu explodieren, der Sarg in falscher Himmelrichtung usw. usw. und durch den Nebel seiner alkoholschwangeren Ganglien, verstärkt durch die Schrotflinte neben ihm und eine blutbefleckte Visitenkarte unter seinem Schuh dämmert ihm wieder wie das war mit dem Abendessen mit seiner Freundin, dem anschließenden Alkohol-Exzess in der Bar, der schönen Unbekannten, mit der er tanzte und die sich schließlich als Gangsterliebchen eines gefürchteten Mafia-Bosses herausstellte, die in Japan Yakuzas genannt werden und mit dem Gangster, der in seinem Blut liegend das Leben aushauchte. Wie in jedem ordentlichen Hotelzimmer befindet sich auch hier ein TV-Gerät und als er es anwirft, findet er sich auf Steckbriefen wieder, die nach ihm fahnden, ein Blick aus dem Fenster zeigt ihm die Polizei, die vor dem Hotel auf und ab marschiert. Es ist Montag und die Woche fängt für unseren Freund Takagi garnicht gut an….. Hiroyuki Tanaka hat mit „Monday“ eine schrille Satire und einen spannenden Psycho-Krimi zugleich in Szene gesetzt und ihn im Jahr 200 bei den Berliner Filmfestspielen vorgestellt, was bei Publikum und Presse gleichermaßen Entzücken hervorrief. Ein schräger Scorcese, meinten die einen, ein japanischer Jim Jarmush, die anderen. Wahr ist, dass Tanaka Elemente des einen wie des anderen und dazu die Ästhetik des amerikanischen film noir der 50-er Jahre vereint und dabei etwas entstehen lässt, das wiederum ganz zu seiner eigenen, unverwechselbaren Handschrift wird. Ein Wechselbad aus grellem Witz, das unvermittelt in tiefsten Ernst umkippt, um daraus sofort wieder in grotesken Slapstick zu wechseln. „Monday“ ist eigentlich ein Film, für den man die Kategorie, in der er gehört, erst noch erfinden müsste falls man das denn überhaupt wünscht. Dazu hat Tanaka in Shinichi Tsutsumi einen Hauptdarsteller gefunden, der für diese Art von Film wie geschaffen scheint und dem man hier durchaus die Nähe des Formats von Woody Allen bescheinigen kann. Alles in allem ist „Monday“ ein Film, den man unerschrockenen und abenteuerlustigen Filmfreunden, die sich auf einen ebenso fantastischen wie fremdartigen Trip einzulassen bereit sind, nur wärmstens empfehlen kann. Wer sich von „Monday“ leichte Kost erwartet, sollte das Kino meiden, in dem dieser Film gespielt wird.
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