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Mord
nach Plan Kriminalpolizistinnen der Mordkommission leben üblicherweise auf Hausbooten, wie wir alle wissen, sie haben dunkle Punkte in ihrer Vergangenheit, die nahezu unauslöschliche psychische Deformationen zur Folge haben, sie trinken unentwegt Whisky und schmeißen ihre Liebhaber nach vollzogener Beiwohnung sofort aus dem Nest. Außerdem sind sie hübsch anzusehen, haben große dunkle Augen und einen Haarschopf der so glänzt als hätten sie nebenbei noch einen TV-Spot für Shampoo-Werbung gedreht. An alle Übeltäter also die Warnung: Sollte sich eine Dame an Ihre Fersen heften, auf die dieses Verfolger-Profil zutrifft dann wissen Sie als schlauer Finsterling, dass sich alsbald die Handschellen um Ihre Gelenke schließen werden. Zwei Schüler, die Burschen Justin und Richard, ahnten von alledem allerdings nichts und machten den verhängnisvollen Fehler, den perfekten Mord durchführen zu wollen. Dazu brauchen sie natürlich ein Mordopfer und finden dieses in einer Frau, die sie am Ufer eines Flusses deponieren. Dabei legen sie allerhand falsche Spuren weil Justin, der eine der beiden Mords-Schüler, sich zuvor noch einem einschlägigen Schnellsiede-Kurs in Kriminalistik und Spurensicherung unterzogen hat, sodass er zu wissen glaubt, wie man Detektive aufs Kreuz legen und auf falsche Spuren locken kann. Das geschieht in diesem Film der „Mord nach Plan“ heißt auch nahezu wahrhaftig denn Richard, der zweite Mordbube, spürt, dass er verfolgt wird und geht bei passender Gelegenheit der Verfolgerin sogar an die Wäsche. Und so plätschert sich dieser Film nach einem annehmbaren Beginn durch eine weitere Anzahl von unnötigen Handlungssackgassen seinem vorhersehbaren Ende entgegen. Denn wo kämen wir denn schließlich hin wenn die besessene Kommissarin - selbst bei stärkstem Gegenwind aus der eigenen Abteilung, was die Dramatik ins Unermessliche steigert – nicht doch noch durch die Festnahme der wahren Täter belohnt würde. Sandra Bullock spielt die Hollywood-Hochglanzausgabe einer Mord-Aufklärerin namens Cassie Mayweather und sie erledigt ihre Aufgabe so gut sie eben kann und Barbet Schroeder auf dem Regiesessel es aufgrund des Drehbuchs der Herren Bean und Gayton zulässt. Zwei Überraschungen bietet „Mord nach Plan“ allerdings dennoch, wenngleich es nicht unbedingt die des Handlungsverlaufs sind. Die zwei Mörder aus Langeweile, die Schüler Justin und Richard, werden von den jungen Darstellern Michael Pitt und Ryan Gosling so authentisch dargestellt, dass man sich wünscht, diesen außergewöhnlichen Talenten bald wieder einmal auf der Leinwand zu begegnen. Das wär´s in dieser Woche, mehr ist über den Film „Mord nach Plan“ nicht zu sagen. Frank Hoffmann wünscht Ihnen, liebe Filmfreunde, zwei schöne Stunden im klimatisierten Kino Ihrer Wahl auch wenn die Filmverleih-Firmen in diesen Urlaubstagen nicht gerade ihre Gustostückerln ins Rennen schicken.
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