OCEAN´S ELEVEN Das neue Jahr hat uns mit einer neuen Währung empfangen, das Kino des Jahres 2002 empfängt uns mit einem neuen Film von Steven Soderbergh. Beides ist gleich aufregend ! Der Erfolg des Euro wird sich mit der Zeit erweisen, den Erfolg, den dieser Films bereits bei seinem Start in Amerika feierte, können Sie bereits jetzt schon überprüfen. Und ich würde allen Kino-Freunden raten, diese Gelegenheit nicht vorüber gehen zu lassen. Denn was sich in den 120 Minuten von „Ocean´s Eleven“ zwischen den Bildern von der Entlassung des Knackies Danny Ocean aus einem Gefängnis in New Jersey und dem Gruppenbild der handverlesenen 11-er Bande, die sich angeschickt hatte, drei Casinos in Las Vegas um die Summe von nicht weniger als 150 Mio. Dollar zu erleichtern, gehört wohl zum Unterhaltsamsten und Intelligentesten im Genre der Gaunerkomödie, das in letzter Zeit auf unseren Leinwänden zu sehen war und ich behaupte einmal kühn, es wird noch eine schöne Weile dauern bis man diesen Film in seinem Genre wird übertreffen können. Danny Ocean ist ein charismatischer Gauner, der gerade eine Gefängnisstrafe in New Jersey abgesessen hat und auf Bewährung frei geht. Aber seine Phantasie hat im Gefängnis keine Ruhepause eingelegt. Vielmehr plant er ab der Minute seines Freigangs den größten Coup in der Geschichte der glitzernden Spielerstadt in der Wüste Nevadas. Da geht es um nichts weniger, als den 70 Meter unter der Erdoberfläche gelegenen Tresor, in dem die Bargeld-Reserven dreier Mega-Casinos von Las Vegas lagern, um seinen Inhalt zu erleichtern. Das soll genau dann geschehen, wenn dort besonders viel umgesetzt wird, nämlich an dem Tag, an dem die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Lennox Lewis und Wladimir Klitschko ausgetragen werden soll. Aber nachdem selbst ein so gefinkelter Gauner wie Danny Ocean einen solchen Coup nicht allein ausführen kann, muss er sich die besten Verbündeten suchen, die man im großen, weiten Amerika finden kann. Und das tut Danny Ocean, alias George Clooney, dann auch in der attraktivsten Weise, die sich im Hollywood unserer Tage denken lässt. Der, nach George Clooney - lt. Umfrage unter weiblichen Kinobesuchern – sexiest man on earth - Brad Pitt ist da ebenso mit von der Partie wie Matt Damon, Elliott Gould, Don Cheadle, Casey Affleck, Scott Caan sowie der unglaubliche chinesische Akrobat Shaobo Quin. Auf der anderen Seite der Front agiert Terry Benedict, der skrupellose Herrscher über die gewinnträchtigsten Casinos von Las Vegas und der wird von Andy Garcia mit den Zügen ausgestattet, die wir von ihm bereits aus einer ganzen Reihe von Mafia-Filmen in bester Erinnerung haben. Nicht zu vergessen: Julia Roberts als Danny Ocean´s Ex-Frau, die sich während Danny´s juristisch bedingter Auszeit auf eine Affäre mit eben jenem Terry Benedict eingelassen hat. Eine solche Besetzung bringt kaum jemand in Hollywood zustande, es sei denn er hieße Steven Soderbergh. Nachdem die letzte Oscar-Verleihung ihn allerdings zum Hauptdarsteller gekürt hatte – mit Nominierungen für „Erin Brokowitsch“ und der Auszeichnung als Bester Regisseur für „Traffic“ - reißen sich die Stars darum, mit ihm zu arbeiten. Ist die Mitarbeit bei ihm doch nahezu gleichbedeutend mit Erfolg bei Publikum und den professionellen Besserwissis. Die älteren unter uns werden sich vielleicht noch an einen Film gleichen Titels erinnern, in dem sich das sogenannte „Rat Pack“, die Bande um Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin an die Untergrund-Arbeit machte. Damals, 1960, waren es elf ehemalige Soldaten, die sich aus dem Einsatz im 2. Weltkrieg kannten. Dieses Mal kommt ihr Anführer schon einschlägig vorbelastet aus dem Knast. So ändern sich Zeiten und Motive !!
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