Panic Room

 

 

Es ist wahrlich nicht einfach, in dieser 16. Woche des Jahres einen Film herauszustellen, der den Titel „Film der Woche“ konkurrenzlos für sich in Anspruch nehmen könnte. David Fincher´s „Panic Room” soll aber dennoch das Rennen machen.

Nicht wegen seiner einmaligen Story – die ist nach den sensationellen Erfolgen wie „Se7en“ und „The Game“ eher auf Mainstream-Thriller getrimmt, weswegen seine Hardcore-Fans auch eine kleine Enttäuschung nicht verbergen können, stand Fincher doch bis jetzt stets im Ruf, das Genre des Thrillers neu definieren zu können oder zumindest mit frischer Atemluft zu versorgen. Aber wenn man einmal davon absieht, Fincher an sich selbst bzw. an seinen eigenen filmischen Versprechungen zu messen, ist dieser Film noch immer weit über dem Durchschnitt der üblichen Dutzendware. Das ist zu weiten Teilen das Verdienst des Kameramannes Darius Khondji  bzw. seines Nachfolgers Conrad Hall - , der mit wahrlich atemberaubenden Einstellungen aufwartet und „Panic Room“ damit optisch zu einem Beispiel werden lässt, von dem ich mir vorstellen könnte, dass sich daran noch so einige Kollegen – vor allem die jüngeren – orientieren werden.

Worum geht es ? Ex-Millionärsgattin Meg Altman und ihre Tochter Sarah leben in einer feudalen Reihenhaus-Wohnung im Herzen von New York, die gegen Einbrecher und Diebe mit allen technischen Hilfsmitteln geschützt ist. Zentrum des persönlichen aber auch des Schutzes besonders wertvollen Besitzes ist ein Raum, der wie ein hochklassiger Panzerschrank ausgestattet ist – mit Stahl und Beton wirklich unüberwindbar ummantelt – und in diesen „Panic Room“ haben sich Meg und ihre Tochter rechtzeitig vor Eindringlingen retten können. Eine kleine dumme Geschichte ist allerdings, dass die Räuber es ausgerechnet auf etwas abgesehen haben, das sich in der genannten Stahlkammer befindet und auf Zeit setzen. Sie können es sich ja gemütlich machen und darauf warten, dass die beiden Frauen es irgendwann wagen müssen, ihr selbstgewähltes stählernes Gefängnis zu verlassen, zumal die Situation dadurch verschärft wird, dass Töchterchen Sarah an Diabetes leidet und dringend die lebenserhaltende Portion Insulin benötigt...

Von der besonderen Begabung David Finchers, Spannung und Überraschungseffekte zu inszenieren, war bereits die Rede, von der Fähigkeit der außergewöhnlichen optischen Umsetzung durch die Kameraleute Khondji und Hall ebenfalls, bleibt noch die Auswahl der Schauspieler, die so etwas glaubhaft umsetzen können und da ist Fincher ein besonderer Glücksgriff gelungen. Von Jodie Forster ist man nicht erst seit dem „Schweigen der Lämmer“ herausragende schauspielerische Leistungen gewöhnt und daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie in diesem Film mit der Darstellung der Meg Altman nahtlos an frühere Erfolge anknüpft. DIE Entfeckung ist jedoch die Darstellerin der Tochter Sarah, die 12-jährige Kristen Stewart in ihrer zweiten großen Filmrolle. Sie ist ein Talent, von dem man – eine fürsorgliche Karriere-Planung vorausgesetzt – noch viel Erfreuliches zu hören und zu sehen bekommen werden.

 

 

 

 

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