ROAD TRIP

Den Hochsommer mit allen seinen positiven und negativen Wettererscheinungen haben wir ja allesamt in den Knochen und da trifft es sich nicht schlecht wenn wir uns im Kino nicht auch noch den Kopf heiß denken müssen. Zumindest nicht in einer sog. Komödie aus dem amerikanischen Studenten-Milieu mit dem Namen ROAD TRIP. Das Filmchen könnte auch AMERICAN PIE, PORKY´S oder GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN heißen. Ganz egal ! In erster Linie geht es darum, dass junge Burschen sich so klischeehaft verhalten wie es den jeweiligen Instant-Drehbuchautoren in den Sinn kommt, wobei der Bandbreite der Geschmacklosigkeit z.B. bei Witzen und Witzchen keine Grenze gesetzt ist. Ebenso verhält es sich mit der Projektion der Drehbuchschreiber auf die weiblichen Teenies. Da muss es irgendwo einen geheimen Raster geben, bei dem alle Gebrauchs-Autoren ihre Dialog-Quickies abschreiben. Schwamm drüber !!

Im vorliegenden Film ROAD TRIP gibt nun folgende story Anlass zu allerhand pubertärem Schabernack: Josh, ein Student des College in Ithaca im amerikanischen Bundesstaat New York liebt die hübsche Tiffany, die aber im weit entfernten Austin, Texas, die College-Bank drückt. Wie in diesem Alter üblich, hat man sich ewige Liebe und Treue geschworen. Die Ewigkeit dauert bei Josh allerdings nur solange bis er die kesse Beth auf einer Party trifft und sich von ihr in die Horizontale geleiten lässt. Das gemeinsame Bodenturnen wird von Josh´s Kamera aufgezeichnet. Soweit, so nett !! Aber jetzt wird´s dramatisch !!

Üblicherweise schickt Josh seiner Angebeteten Tiffany allwöchentlich Videobänder von sich mit heißen Liebesschwüren. Und so kommt es wie es kommen muss: Das falsche Videoband – nämlich das, auf dem Josh und Beth die olympische Bodenkür turnen, nimmt seinen 1800 Meilen langen postalischen Weg nach Austin. Da aber Tiffany dieses Dokument ungezügelter Leidenschaft nicht in die zarten Hände bekommen darf, muss sich Josh zunächst einmal schleunigst einen PKW ausleihen, um mit einigen Kommilitonen möglichst rasch nach Austin zu gelangen und die brisante Post abzufangen.

Aber vor den Erfolg haben die Götter und die Drehbuchautoren manche Hürde gesetzt – sonst würde der Film zu kurz - und die kann z.B. aus einem unüberwindlichen Hindernis für die klapprige Karosse bestehen oder in einem Hotelportier mit eingeschränktem Service.

ROAD TRIP ist halt ein Sommerfilmchen der leicht verschärften Kategorie mit ein paar Darstellern, die – wie mittlerweile auch im Fernsehen üblich – von der Strasse direkt ins Studio beordert werden. Die einzige Voraussetzung: Sie müssen dem jeweilig angesagten Burschen- oder Mädchentyp entsprechen. Und da stehen sie sich dann zumeist recht rat- und hilflos gegenüber. Aber zum Trost werden sie ja bald CDs aufnehmen und ihre Liedchen in der Hitparade trällern. Was Olli P. und Zladdi können, das können die anderen schließlich auch. GZSZ und BB sei Dank.

 

 

 

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