Stuart Little

Die Osterzeit ist gekommen und da wollen wir in diesen Empfehlungen für Kinoliebhaber auch einmal an unsere Jüngsten denken, denn in dem teilweise computer-animierten Film STUART LITTLE haben Erwachsene eigentlich nichts verloren. Es sei denn sie haben liebe Kinderlein, die sie dorthin begleiten. Dann allerdings haben sie dort doch etwas verloren und zwar gleich in zweifacher Weise. Einmal als Begleitpersonen und in der Folge, um mit zu erleben, wie sich ihre Sprösslinge vor Vergnügen auf die kleinen Schenkel schlagen.

Der Anlass hierfür ? Nun, das Ehepaar Little – gespielt von Geena Davis und Hugh Laurie - adoptiert ein tierisches Waisenkind, eine sprechende Maus. Eben den kleinen Stuart. Oder auf englisch: Stuart Little.

Der größte Wunsch des Mäuserichs ist damit zwar in Erfüllung gegangen: Eine eigene Familie, ein eigenes Zuhause, aber das wäre schließlich mehr eine Gutenacht-Geschichte statt eines Kino-Erlebnisses. Also müssen von dem kleinen Käsefresser noch so manche Abenteuer bestanden werden bevor sich nach knapp 90 Minuten der Vorhang senkt und eine rundum glückliche Kinderschar wieder in die Realität entlässt.

"Stuart Little" ist der Zielgruppe entsprechend von kindergerechter Schlichtheit und wer hier etwas anderes verlangt, der verkennt einfach das hollywood´sche Kalkül. Und das sieht so aus: Wenn in dieser Osterzeit weltweit massenweise Kinder ins Kino gelockt werden können dann kommt mit jedem kleinen Besucher mindestens noch eine Person als Begleitung hinzu. Und so lautet die Gleichung: Pro Kind mindestens zwei verkaufte Kinokarten. Nicht schlecht, oder ?

Das Drehbuch zu STUART LITTLE stammt übrigens erstaunlicherweise zum Großteil aus der Feder von M. Night Shyamalan. Filmfreunde kennen diesen jungen Mann als Drehbuchautor und Regisseur des Erfolgsfilms "Sixth Sense" mit Bruce Willis und dem unglaublichen jungen Darsteller Haley Joel Osment

Doch beide Filme haben wirklich nichts mit einander zu tun, wenn man einmal davon absieht, dass hier wie dort außerordentlich begabte junge Darsteller mitwirken. Haley Joel Osment im "Sechsten Sinn", Jonathan Lipnitzki als Sohn George im Hause Little.

Die erwachsenen Darsteller wurden von Regisseur Rob Minkoff offensichtlich zu der Art von Kindertheater-Aufführungsstil angehalten, der in den Legenden über Provinztheater so gerne als Anekdote weiter gereicht wird. Geena Davis kullert derart kuhäugig durchs Famliengeschehen, dass man sich Sorgen um die Haftkraft ihrer Augäpfel macht, ihr Filmmann Hugh Laurie hingegen schlackst und stolpert tollpatschig durch die Gegend und liefert seinen kleinen Zusehern damit den Nachweis, dass es nicht nur immer die lieben Kleinen sind, die die Ungeschicklichkeit gepachtet haben.

Der absolute Star dieses Films ist allerdings die Maus. Sie ist das Produkt zweijähriger Arbeit der Creativ-Abteilung des Hauses SONY. Der geniale Tüftler, Oscar-Preisträger John Dykstra, hat mit seiner liebenswerten Mäusekreation STUART LITTLE eine so phantastische Arbeit geleistet, dass diese mit Sicherheit noch für eine gute Weile Maßstäbe auf dem Sektor der Animation setzt.

Und damit kann STUART LITTLE durchaus auch bei Filmfreunden punkten, die nicht mehr LITTLE sind.

 

 

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