SWEET NOVEMBER

 

„Sweet November“ ist, wie der Titel bereits vermuten lässt, eher ein Film für nieselige Vor-Wintertage, an denen man sich gerne ins Kino setzt, um das unwirtliche Wetter wenigstens nicht live erleben zu müssen. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und wer einen Reiz darin sieht, sich im Hochsommer den nasskalten November auch als seelische Verfassung vorführen zu lassen, dem mag dieser Filmtip willkommen sein.

Worum geht´s ?

Nelson Moss ist einer jener Tausendsassas, die man im Film gerne im Bereich der Werbe-Branche ansiedelt. Dort ist er erfolgreich aber mit seinem Erfolg steigt auch seine Einbildung. Man ahnt schon bald, dass der Trick der Drehbuchautoren Herman Raucher und Wendy Wanderman darin besteht, aus dem arroganten Schnösel Nelson im Laufe des Films den good boy von nebenan werden zu lassen. Aus diesem Grund führen sie ihn mit der ausgeflippten Sara zusammen, deren Liebhaber von Monat zu Monat geradezu programmatisch ausgewechselt werden und Nelson ist ihre männliche Knetmasse für den süßen Monat November – daher der Titel.

Kenau Reeves spielt diesen Nelson Moss und dass er den sich selbst überschätzenden Workaholic ganz gut drauf hat, wissen nicht nur seine Fans. Als Testobjekt ausersehen wird er von Sara, die von der Südafrikanerin Charlize Theron mit demselben zart-weiblichen Schmelz dargestellt wird wie seinerzeit die Jennifer Cavallieri durch die unvergessene Ali McGraw im Film „Love Story“. Und von einem ähnlichen Erfolg mag auch Regisseur Pat O´Connor geträumt haben.

Aber leider, leider... Trotz aller Bemühungen, dem Kinopublikum das Taschentuch aus der Tasche und an die tränenfeuchten Augen zu locken, bleibt es beim Versuch. Zu unvermittelt wechselt Pat O´Connor zwischen den Gattungen Komödie, Romanze und sich abzeichnender Tragödie und Keanu Reeves mag zwar am Beginn recht überzeugend wirken, den darstelleri-schen Bruch zum „Hausmann aus Liebe“ bleibt er leider schuldig.

 

 

 

 

 

 

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