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Tanguy – Der Nesthocker Liebe Filmfreunde ! Wollen Sie einmal so richtig herzlich aus vollem Halse lachen können, ohne sich danach eingestehen zu müssen, dass Sie es eigentlich unter Ihrem Niveau getan haben ? Ja ? Dann rate ich Ihnen zu einem Film aus Frankreich, der in diesen Tagen die Augen zum Überlaufen bringen wird. Es werden, wie gerade gesagt, garantiert Freudentränen sein, die Sie bei „Tanguy – Der Nesthocker – vergießen werden. Stellen Sie sich dazu einfach einmal folgende Situation vor: Mama Edith hat einst – vor genau 28 Jahren – ihrem kleinen Sohnemann ins Öhrchen geflötet, er dürfe bei seinen Eltern wohnen bleiben, so lange er nur wolle. Was Sie sich damit eingebrockt hat, wird für sie und ihren Gatten Paul mittlerweile zum Albtraum. Nicht nur, dass Mama und Papa nächtens bisweilen nicht schlafen können weil aus dem Zimmer ihres Sprösslings eindeutige Geräusche von erotischen Nahkämpfen zu vernehmen sind, lässt sich Tanguy, dieser gnadenlose Egomane, auch noch von vorne bis hinten bedienen. Seine Wäsche fliegt selbstverständlich in Mamas Wäschekorb und auch das familien-eigene Auto können die Eltern nur noch zu einem Bruchteil nutzen. Aber damit soll nun endgültig Schluss sein. Denn Mama hat sich psychoanalytische Rückendeckung von ihren Seelen-Spengler geholt und ist gewillt, ihren Weg zu einem selbstbestimmten Leben ohne Rücksicht auf Verluste ins Visier zu nehmen. Dabei hat sie allerdings nicht mit dem passiven Widerstand von Tanguy gerechnet, der als Freund und Student fernöstlicher Sprachen, der dortigen Lebensweisen mitsamt asiatischer Gelassenheit, überhaupt nicht daran denkt, sich auch nur ein Jota aus der Ruhe bringen zu lassen. Und so müssen Mama und Papa mit immer größer werdenden Geschützen auffahren, um sich ihres schmarotzenden Sprösslings zumindest räumlich zu entledigen.... Nach einem mit Co-Autor Laurent Chouchant selbst erdachten und –verfassten Drehbuch hat Regisseur Etienne Chatiliez diesen wahnwitzigen Komödien-Hit in Szene gesetzt, der sich von anfänglicher Harmlosigkeit bis zu rabenschwarzem Humor ins Unermessliche steigert. Dass er sich dabei der Mitarbeit einiger glanzvoller, komödien-versierter Darsteller versichert hat, ist geradezu selbstverständlich. Die Art wie Eric Berger diesen Kotzbrocken von einem erwachsenen Sohn auf die Leinwand bringt, ist dabei ebenso bewundernswert wie der Furor, den das Elternpaar Sabine Azema und Andre Dussollier mit zunehmender Filmlänge in sich hoch kochen lässt. Mit einem Wort „Tanguy – Der Nesthocker“ hat große Chancen, DER frühsommerliche Komödienhit des Jahres 2002 zu werden.
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