TAXI TAXI Jenen sogenannten Verkehrsexperten, die nach dem besonders tragischen Unfall auf der österreichischen Westautobahn, der A 1, den Stammtisch überholen, indem sie dessen Parolen übernehmen und die Schuld an solchen Katastrophen bei DEM Autofahrer schlechthin suchen, um von eigenen Versäumnissen abzulenken und in der Folge medien-wirksam in Total-Überwachungs-Euphorien und Temporeduktions-Träumen zu schwelgen, ohne über den simplen Umstand nachzudenken, dass der Führerschein aller Laster Anfang ist, jenen Experten in Ämtern, Vereinen und Redaktionen sollte man vom Besuch des Filmes TAXI TAXI abraten. Es sei denn, man wolle ihren Infarkt heraufbeschwören. Und das will ja wirklich niemand. In TAXI TAXI geht es nämlich um das atemberaubende Tempo, mit dem der Marseiller Taxi-Chauffeur Daniel seine Klientel zur rechten Zeit an den rechten Ort zu bringen trachtet. Handle es sich um eine Schwangere in den letzten Wehen oder gar um einen japanischen Minister, der nach Marseille gekommen ist, um an einer Konferenz teilzunehmen, in der es um französische Anti-Terror-Techniken geht. Das gefällt natürlich der japanischen Variante der Mafia, der YAKUZA, nicht besonders und daher wird nicht nur der Minister aus dem Land der aufgehenden Sonne zum Objekt ihrer terroristischen Begierde sondern auch der liebe, nette Daniel. Denn die japanischen Gangster haben Methoden entwickelt, von denen die Mafia bisher nur träumen kann. In einer nicht unbedingt wirklichkeits-fremden Anekdote wird im Film TAXI TAXI übrigens noch geschildert, unter welch abenteuerlichen Voraussetzungen Daniels Freund, der Polizist Emilien, den zuvor schon angesprochenen Führerschein macht. Mit zitternden Händen wird er ihm vom Fahrlehrer nach 30 vergeblichen Anläufen und einer Punktlandung inmitten einer Auslagenscheibe überreicht. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ich solchen Lenkern auch schon begegnet sein muss. Und zwar mehrfach. Im Innenstadtbereich, auf Bundesstrassen und Autobahnen. Nirgends ist man vor ihnen sicher. Da würde es sich doch einmal lohnen, über höhere Hürden nachzudenken, die vor dem Scheinchen liegen sollten. Und zwar EU-weit und einheitlich. In der Folge auch bei den Beitrittsländern. Oder ist das etwa zu viel verlangt, meine Herren Verantwortungsträger?? Der Film TAXI TAXI führt uns schließlich mit nie nachlassender Geschwindigkeit zum showdown auf die Pariser Prachtmeile Champs-Elysee. Es handelt sich ja gottlob nur um einen Film. Erst danach können die fröhlichkeits-gestressten Zuseher ein wenig verschnaufen und sich bei Regisseur Gerard Krawczyk und Drehbuchautor Luc Besson für 90 Minuten Filmspaß bedanken. Wenn er ihnen gefallen hat. Dabei ist die eingangs erwähnte Truppe natürlich vom Urteil entbunden.
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