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THE
OTHERS
DIE ANDEREN
In einem
unheimlichen viktorianischen Gemäuer lebt Grace, gespielt von Nicole
Kidman, mit ihren beiden Kindern. Die Geschichte spielt kurz nach dem
ersten Weltkrieg und der Ehemann von Grace ist von der Front nicht mehr
zurück gekommen. Ihre Kinder, Anne und Nicholas, leiden an einer
Krankheit, die erst vor wenigen Monaten durch den Freitod der Frau des
ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Kohl in das öffentliche Interesse
geraten ist. Sie leiden an einer Lichtallergie d.h. sie dürfen niemals
direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden und leben daher bei schwachem
Kunstlicht in geschlossenen Räumen mit zugezogenen Vorhängen. Das
erfahren auch drei Hausangestellte, die sich eines Morgens um eine
Anstellung in dem Anwesen von Grace bewerben. Mrs. Mills, eine etwa 60
Jahre alte Hausdame, Mr. Tuttle, der Gärtner und Lydia, das stumme
Zimmermädchen. Alle drei sind sie unersetzliche wenn auch ein wenig
klischeehafte Bestandteile im Gänsehaut-Genre. Nachdem Mrs. Mills, die
Hausdame, das Vertrauen der Kinder gewonnen hat, erfährt sie und das
Kino-Publikum was das wahre Wesen von Grace ausmacht. Sie ist unbeherrscht
und von rigiden katholischen Erziehungs-Prinzipien durchdrungen. Ihre
Kindern droht sie mit der Hölle, in die sie unweigerlich kommen wenn sie
nicht die Wahrheit sagen.
Für eine Lüge
wird z.B. Annes Bericht gehalten, dass sich mit ihr und ihrem Bruder
Nicholas bisweilen noch ein weiteres Kind namens Victor im Kinderzimmer
aufhalten soll.
Zudem konfrontiert
Anne ihre Mutter auch noch mit einer Zeichnung, auf der eine ganze Familie
abgebildet ist und ihr mitteilt, sie habe „DIE ANDEREN/THE OTHERS“
bereits mehrfach im Hause gesehen.....
Der
chilenisch-spanische Regisseur Alejandro
Amenabar hat mit „THE OTHERS“ einen wirklich sehenswerten Gänsehaut-Thriller
gedreht, der auf alle die äußerlichen Schock-Effekte verzichtet, auf die
reißerische B-Klasse-Filme so gerne bauen. Atmosphäre vor
Effekthascherei ! scheint sein Credo zu lauten und damit schafft er es
immerhin, eine Spannung aufzubauen, die bis zum überraschenden Ende
unvermindert erhalten bleibt.
Nicole Kidman, die
mir üblicherweise rollenübergreifend ihr Image als Erbin von Grace Kelly
mal Catherine Deneuve zu intensiv zu pflegen scheint, ist hier von
Regisseur Amenabar offensichtlich davon überzeugt worden, dass sie ihre
Qualitäten auch weniger eindimensional einzusetzen im Stande ist und das
tut ihr und dem gesamten Unternehmen gut. Schließlich ist sie die
zentrale Figur in diesem hervorragend photographierten und auf einem
intelligenten Drehbuch basierenden Film, der durchaus empfohlen werden
kann.
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