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FRAUEN WOLLEN So lautet der Titel des Films, der Ihrem Film-Guide Frank Hoffmann das entsprechende Kopfzerbrechen bereitet. Die Lebenserfahrung ist zu oft mit der ernüchternden Bestätigung zur Hand gewesen, dass alle möglichen Anstrengungen in dieser Richtung zum Scheitern verurteilt sind. Die männlichen sind den weiblichen Ganglien offenbar zu unähnlich als dass man ihren Windungen ohne Weiteres folgen könnte. Das ist selbstverständlich kein Urteil über Wertigkeiten sondern eine eher resignierte Feststellung. Dazu muss man nicht einmal ein solcher Macho sein wie Nick Marshall, der gutaussehende, angehimmelte und in seinem Metier als kreatives As einer Werbeagentur hochgeschätzte Beau. Doch seine Werbekampagnen sind zumeist bei seinen Geschlechtsgenossen höchst erfolgreich, sein Chef allerdings möchte auch das weibliche Geschlecht als Zielgruppe nicht vernachlässigen. Und so kommt es zum ersten Waterloo von Nick. Ausgerechnet ein Frau wird ihm als Abteilungsleiterin vor die Nase gesetzt. Und die geht’s forsch an. Mit weiblichen Utensilien wie Enthaarungs-Harz, Lippenstift und Strumpfhose stattet sie ihre Mitarbeiter aus, darunter auch Nick, mit dem Auftrag, für solche Produkte zündende Kampagnen zu entwerfen. Nick´s zweites Waterloo: Kein Trick hilft ihm, nicht mal Frank Sinatra auf CD. Sein gewohntes kreatives Feuerwerk bleibt aus. Und so ist der Weisheit letzter Schluss, diese Produkte am eigenen Leib auszuprobieren. Und das führt geraden Wegs zum dritten Waterloo. Oder doch nicht ? Mitten im Bestreben, der weiblichen Seele durch Selbstversuche auf die Spur zu kommen – in Strumpfhose, mit Enthaarungs-Chemie, Fön in der Hand – wird er im Bad von seiner Tochter aufgestöbert. Vor Schreck fällt Nick samt Fön in die gefüllte Wanne. Aber keine Sorge: Nick überlebt. Und von Stund an hat er die Fähigkeit, die Gedanken von Frauen hören zu können. Eine für Nick ebenso neue wie manchmal auch wenig erfreuliche Erfahrung. Wer unter Hollywoods Strahlemännern könnte diesen Nick besser verkörpern als Mel Gibson. Unter seinen möglichen Konkurrenten zeichnet ihn vor allem die Fähigkeit aus, sich und sein Image in humorvolle Frage zu stellen. Und davon macht er in diesem Film ausgiebig Gebrauch. Zur Freude des Kinopublikums beiderlei Geschlechts. In Amerika hat WAS FRAUEN WOLLEN bei seinem Start übrigens alle Rekorde im Monat Dezember gebrochen. Regisseurin Nancy Meyers war also gut beraten, sich der Mitarbeit dieses Kassenmagneten zu versichern. Darcy Maguire, die resolute Werbefrau, wird von Helen Hunt mit den entsprechenden Eigenschaften ausgestattet und auch der Rest der Besetzung ist ohne Fehl und Tadel. WAS FRAUEN WOLLEN wird zwar auch durch 127 Filmminuten nur sehr partiell erhellt aber vergnüglich ist das Experiment allemal.
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